Instagram Zugriffe in Google Analytics erfassen

Wie kannst du Instagram Zugriffe in Google Analytics erfassen?

Sicher ist dir schon aufgefallen, dass du beim Klick auf den Link in einem Instagram Profil, gefragt wirst, ob du den Link in deinem Browser öffnen willst. Wenn der Link sich in deinem Browser öffnet, wird dieser Webseitenzugriff in Google Analytics als Direct Traffic reportet. (Der Traffic bekommt also die selbe Traffic Zuweisung wie ein Zugriff auf deine Webseite, bei der der User die URL direkt in den Browser eingibt oder über ein Lesezeichen deine Seite besucht. Also nicht sehr hilfreich Instagram). Du willst ja schliesslich verstehen, wie viele Zugriffe von Instagram direkt kommen und wie sich die Instagram User auf deiner Seite verhalten.

Hier ein paar Beispiele, wie der Profilbereich ohne Tracking normalerweise aussieht…

Instagram will, dass die User innerhalb der App glücklich sind und diese möglichst spät verlassen. Klar. Darum kannst du auch nicht jedem Post, den du in Instagram veröffentlichst, einen Link beifügen. Das ist auch der Grund, warum viele (vor allem englischsprachige Accounts) auf Instagram „Link in der Bio/Profil“ als Kommentar posten, wenn sie etwas promoten wollen. Wenn es z.B. News auf ihrer Webseite gibt. Das ist also kein cooler Trend, sondern eine Notwendigkeit, um die User auf deine Seite zu leiten.

Sicherlich arbeitet das Google Analytics Team bereits an einer Lösung für diese Tracking Lücke. In der Zwischenzeit will ich dir ein paar Workarounds zeigen, mit denen du deinen Instagram Traffic in Google Analytics erfassen kannst.

Schritt 1: URL für dein Instagram Profil mit Google Analytics Tracking Parametern:

Nutze dafür am besten den Google’s URL Builder (Setz`dir hier am besten ein Lesezeichen, diese Seite ist hilfreich :)) um einen Link zu kreieren, der es dir ermöglicht, die User zu tracken, die auf deinen Profillink in Instagram klicken.

Die Felder befüllst du wie folgt:

Website URL: Deine Webseite

Campaign Source: instagram

Campaign Medium: social ( oder etwas Ähnliches)

Campaign Name: profil ( oder etwas Ähnliches)

optional (erkläre ich weiter unten) Campaign Content: eine Beschreibung deines Bildes

oder mit weniger Parametern:

Website URL: Deine Webseite

Campaign Source: instagram

Campaign Medium: profil ( oder etwas Ähnliches)

Campaign Content: eine Beschreibung deines Bildes

Der kleine Nachteil an dieser Methode: die URL, die du als Resultat bekommst ist ziemlich lang. Du nutzt also am besten einen Link Shortener (z.B. bit.ly), um die URL zu kürzen. Die typischen Linkshortener wie bit.ly werden aber manchmal von Usern als Spam betrachtet, weil der User nicht gut erkennen kann, dass es sich um deine Homepage handelt.

Ideal für WordPress Nutzer ist und um nicht als Spammer daherzukommen, ist das Pretty Link WordPress Plugin sehr hilfreich. Damit kannst du schönere, und für den User vertrauenerweckende URLs bauen. Es funktioniert wie ein Redirect: Und da du bei Prettylinks deine eigene URL als Basis nutzt, sehen die Links dann auch weniger nach Spam aus.

Und für die richtig akribischen Tracking Pros (Wie du jedes einzelne Bild tracken kannst)

Du kannst als dritten Parameter neben Quelle (source), Medium (medium), und Kampagne (campaign) auch noch Inhalt (content) übergeben. Das macht für Instagram durchaus Sinn, wenn du verstehen willst, welcher deiner Posts eigentlich den meisten Traffic gebracht hat, um dann deine Posts mehr in eine bestimmte Richtung zu planen.

Dann änderst du einfach, nachdem du einen neuen Post auf Instagram mit einem neuen Hinweis auf den Link im Profil veröffentlicht hast, jedes Mal den Inhalt ab. Und übergibst so für den Inhalt eine Beschreibung an Google Analytics, was der Inhalt der jeweiligen Posts war.

Ein Beispiel dazu:

Du postest heute eine Blumenvase und morgen deinen Hund auf der Wiese, dann ist heute dein Content=Blumenvase und morgen ist Content=Jack_Wiese. Den Link musst du dann jedesmal neu kürzen und im Profil ändern. Da macht es durchaus Sinn, sich eine gute Nomenklatur zu überlegen, vielleicht mit Unterstrich Datum oder ähnlichem. Klingt nach viel Arbeit, ich weiß, aber wie cool ist es denn bitte: Du weisst dann genau, welcher deiner Instagram Posts dir die meisten Verkäufe bringt? Darum kann sich der Aufwand für den einen oder die andere durchaus lohnen.

Wo siehst du die Daten von Instagram in Google Analytics?

Klicke dafür in Google Analytics auf Acquisition > Source/Medium und finde dort die Source/Medium-Kombination, die du eingegeben hast (z.B. Instagram/ Social oder Instagram/ Profile).

Screenshot_Source-Medium_GoogleAnalytics

Klicke darauf und gib dann oben für die sekundäre Dimension Anzeigeninhalt ein (sofern du für jeden einzelnen Post die URL änderst). Hier kannst du nun all deine Instagram Zugriffe in Google Analytics sehen.

Instagram_Daten_In_Google_Analytics

Schritt 2: Eine eigene Landing Page für Instagram Traffic

Große Marken nutzen für ihren spezifischen Channel Traffic oft Landing Pages, um die User, die über einen bestimmten Kanal auf deine Seite kommen, noch spezifischer „abzuholen“. Das führt meistens zu höheren Conversionrates, da du den Usern dann auch passend zu ihrer Traffic-Quelle auf deiner Landingpage etwas anzubieten hast.

Eine gute Möglichkeit also, deine Instagram Follower speziell auf deiner Webseite zu begrüßen und diese Seite auch separat in Analytics zu erfassen. Z.B. könnte die URL deiner Instagram Landing Page dann wie folgt lauten: deinewebseite.com/instagram.

Wenn du eine spezifische Instagram Landing Page für deine Webseite baust, solltest du diese Seite nicht indexieren, damit die Suchmaschinen diese Seite nicht in den Suchergebnissen anzeigen (Wenn User also über einen anderen Weg als über Instagram auf deine Landing Page kommen, sollen sie diese Seite nicht sehen). Um das zu tun, füge in den <head> deiner Seite den folgenden Code ein: <meta name=”robots” content=”noindex”>

Für WordPress-Nutzer: Schaue im editorscreen deines Posts oder deiner Seite nach der Post- oder SeitenID und notiere dir diese Nummer. Dann öffne Appearance > Editor > header.php und füge den folgenden Code zwischen dem öffnenden <head> und dem schliessenden </head> Tag ein.

<?php if ($post->ID == POSTNUMMER) { echo ‘<meta name=”robots” content=”noindex”>’; } ?> Ersetze POSTNUMMER  mit der Nummer deines Posts.

Wenn du mehr als einen Post nichtindexieren willst, dann füge den Code wie folgt ein:

<?php if ($post->ID == POSTNUMMER|| $post->ID == POSTNUMMER2 || $post->ID == POSTNUMBER3) { echo ‘<meta name=”robots” content=”noindex”>’; } ?>

ODER: Wenn du das WordPress SEO Plugin by Yoast (mein Favorit) nutzt, dann scrolle einfach an das Ende deiner Seite/deines Posts zum Yoast Editor, klicke auf den “Advanced” Tab und wähle “Noindex” aus dem Dropdown Menü vom Meta Robots Index Menü aus.

Anmerkung: Wenn die Nutzer für deine Seite ein Lesezeichen angelegt haben, können sie die Seite dennoch aufrufen, es wird lediglich verhindert, dass sie in Suchmaschinen rankt.

Was denkst du über das Erfassen von Instagram in Google Analytics?

Scheint dieser ganze Aufwand für dich lohnenswert? Vielleicht ist er das in der Tat. Es hängt natürlich auch stark davon ab, wie wichtig Instagram als Kanal für deine Webseite ist.

Wenn du keine dieser Methoden nutzen willst, um dein Instagram Traffic in Google Analytics zu messen, ist das ok. Vielleicht kommt ja für diese Tracking Lücke bald eine vorgefertigte Lösung von Google.

Was du in der Zwischenzeit auch machen kannst, ist, einfach zu beobachten, wie sich dein Direct Traffic verhält, nachdem du gepostet hast. Dafür kannst du in der Traffic-Übersicht auf “Direct” klicken und dann als sekundäre Dimension “Device Category” (Gerätetyp) auswählen. Dann siehst du alle User, die über die einzelnen Geräte auf deine Seite kommen (Also mobile getrennt von tablet und desktop). Instagram sollte eine Auswirkung auf den Mobile Traffic haben, da die App zu fast 100% mobile genutzt wird.

PS: Ich habe bei meiner Suche nach guten Beispielen aus dem Social-Startup-Bereich KEIN deutsches Unternehmen gefunden, das Instagram Tracking für Google Analytics eingebaut hat (außer unsere Kunden natürlich;))

Teilweise waren da aber tatsächlich Brands mit sehr viel Followern dabei, für die das durchaus wichtig sein könnte.

Wie sieht es mit deinem Instagram Channel aus? Baust du das Tracking per URL Tags jetzt auch bei dir ein? Wie sind deine Erfahrungen? Ich freue mich von dir zu hören.

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